Die Geschichte des ZV-Feilitzsch

von Heinrich Bergmann

Vorbemerkung und Bitte an die Leser: In einer Reihe von Beiträgen soll versucht werden, die Entwicklung des Zentralvereins und seine Einbindung in das in das gesellschaftliche Leben der Gemeinde Feilitzsch darzustellen. Es ist jedoch nicht leicht, ein umfassendes und objektives Bild zu zeichnen, da die Unterlagen zum Teil sehr lückenhaft sind. Dies gilt insbesondere für die folgende Darstellung über den "Arbeiter- Turn- und Sportverein Feilitzsch", dessen komplette Vereinsakten verloren gegangen sind. Ich bitte deshalb alle Leser, alte Bilder, Aufzeichnungen, Artikel, Notizen, Rechnungen usw., auch, wenn sie nur von geringem Belang zu sein scheinen, mir zur Ablichtung zur Verfügung zu stellen!

 

Der "Arbeiter- Turn- und Sportverein Feilitzsch"
Der Anfang des sportlichen Geschehens in unserem Ort lag in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Es gründeten sich zwei Sportvereine, der "Arbeiter - Turn- und Sportverein Feilitzsch" und der "Turn- und Sportverein Feilitzsch", der später in den "Turnverein Feilitzsch e.V." (in der Deutschen Turnerschaft) umbenannt wurde. Aus beiden Vereinen ging letztlich der Zentralverein hervor; doch diese Entwicklung wird später dargestellt werden. Die heutige erste Folge soll sich mit der Geschichte des "Arbeiter- Turn- und Sportvereins" befassen. Sie beruht weitgehend auf einem Beitrag des früheren Bürgermeisters Heinrich Strobel , den er für eine Festschrift des Zentralvereins zur Einweihung der Sportplatzanlagen am Kestel im Jahr 1953 schrieb.

Deutsches Arbeiterturnfest und Sportfest im Juli 1922 in Leipzig Ein Ausdruck für die sportlichen Ideale dieser Zeit!

Heinrich Strobel war der Hauptinitiator der Gründung des "Arbeiter- Turn - und Sportvereins Feilitzsch". Er turnte selbst aktiv bereits in der "Freien Turnerschaft Zedtwitz" und war dort zweiter Vorsitzender. In einer Versammlung am 12. Juli 1920 in der Gasstätte "Grüner Baum" in Feilitzsch, zu der 36 Personen erschienen waren, legte er die Gründe zur Bildung eines Sportvereins in Feilitzsch dar. Von den Anwesenden vollzogen dann 32 Personen die Gründung des neuen Vereines und erklärten ihren Beitritt. Bereits zwei Tage später, am 14. Juli 1920 begannen die Vereinsmitglieder mit den Übungsstunden, die von nun an regelmäßig im Hof oder im Saal der Gastwirtschaft "Grüner Baum" abgehalten wurden. Zur ersten Hauptversammlung zählte der Club bereits 70 Mitglieder; Männer und Frauen, Arbeiter, Bauern, Handwerker und Angestellte verbanden sich in dem neuen Verein. Als Vereinsvorstand wurde Heinrich Strobel gewählt. Er blieb es bis auf eine dreijährige Unterbrechung bis zum Jahr 1933.

 

Im Jahr 1921 gründeten andere Gemeindebürger in der Gastwirtschaft "Schlößla" in Feilitzsch einen zweiten Sportverein, nämlich, wie bereits erwähnt, den "Turn- und Sportverein Feilitzsch". Dies wiederum hatte zur Folge, daß fast alle Bauernsöhne und Handwerker den "Arbeiter- Turn- und Sportverein" wieder verließen.
Die politischen Spannungen der zwanziger Jahre, insbesondere zwischen den Deutsch- Nationalen und den Sozialisten, hatten mit der Trennung in zwei Sportvereine in einem so kleinen Ort wie Feilitzsch nun auch hier ihre Auswirkungen. Freundschaften zerbrachen, Nachbarn grüßten einander nicht mehr. Die Vereine aber ließen in ihren Aktivitäten erst recht nicht nach. Bereits 1924 weihte der "Arbeiter- Turn- und Sportverein" eine Fahne, die aber leider nicht mehr vorhanden ist. Beim Fest der Fahnenweihe und den gleichzeitig stattfindenden Wettkämpfen nahmen 150 aktive Turner und Turnerinnen teil. Aus Hof und Umgebung, aus Münchberg, Naila, Rehau, Plauen, Weischlitz und Geilsdorf reisten die Sportler an.
 

Der Verein gliederte sich in mehrere Sparten: Turner und Turnerinnen mit "Schüler und Zöglingsgruppen", Fußball-, Sänger-, Trommler- und Pfeifengruppen sowie eine Theatergruppe vereinte er. Auch ein Turner als Turnwart für alle Gruppen wurde ausgebildet. Die Bundesturnfeste in Leipzig und Nürnberg, die Arbeiterolympiade in Frankfurt am Main und das Sängertreffen in Wien wurden besucht. Besonders Stolz machte den Verein, daß aus seinen Reihen die Bundesmeisterin im Ballweitwurf, nämlich Martha Schörner hervorgegangen ist (Frage an die Leser: wer weiß etwas über Martha Schörner oder die Turnwarte?)
Obwohl bereits die jetzige Turnhalle seit 1927 stand, begann der Verein eine eigene Sporthalle zu bauen. Deren Grundmauern waren noch in den sechziger Jahren bis zum Neubau der Anwesens Enno Strobel, Steinweg 5, zu erkennen. Das Bauvorhaben wurde mit der zwangsweisen Ausflösung des "Arbeiter- Turn- und Sportvereins" durch das Nationalsozialistische Regime 1933 zunichte gemacht. Das Vereinsvermögen und das gesamte Inventar beschlagnahmten die Nazischergen. Ein Großteil der Turner aber trat in den "Turnverein Feilitzsch e.V." über. Denn außerhalb dieses Vereines durften sportliche Veranstaltungen nicht mehr abgehalten werden...

 

Der "Turnverein Feilitzsch e.V. in der Deutschen Turnerschaft"

Wie bereits im 1. Teil angeklungen, gab es nach dem 1.Weltkrieg zwei Sportvereine in Feilitzsch, den in der letzten Ausgabe beschriebenen "Arbeiter- Turn- und Sportverein Feilitzsch" und den "Turn- und Sportverein Feilitzsch", der am 21. April 1921 im "Schlößla" gegründet wurde und einige Jahre später in "Turnverein Feilitzsch e.V." umbenannt wurde. Schon kurz nach seiner Gründung gehörten diesem Verein 68 Turner und Turnerinnen und 48 Kinder an.
Die Geschichte dieses zweiten Turnvereins in Feilitzsch läßt zwei Epochen erkennen: die erste von der Gründung des Vereins bis zur Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 und die zweite bis zum Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945. War der erste Teil des Bestehens gekennzeichnet vom Aufbau des Turnbetriebes und vom Bau der Turnhalle mit den finanziellen Schwierigkeiten, so spiegelt die zweite Epoche den Wandel durch den Nationalsozialismus unter Hitler wieder, dem sich niemand entziehen konnte, insbesondere auch nicht die Vereine.
Die Geschichte des Vereins muß auch aus der schweren politischen und wirtschaftlichen Situation der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gesehen werden. Der Versailler Vertrag mit seinen enormen Reparationsleistungen, die Besetzung des Rheinlandes 1923 durch die Franzosen, die Inflation, Aufstände und Streiks ermöglichten kaum einen wirtschaftlichen Wiederaufbau. Man kann sich vorstellen, wie schwer es für den Verein in diesen Notzeiten war, sportliche Aktivitäten zu ermöglichen. Denn dazu brauchte es auch Geräte, Turnkleidung und Sportgelände. Freiherr Oskar von Feilitzsch kaufte 1925, dort wo die jetzige Grundschule steht, ein Grundstück, das er dem Turnverein zur Verfügung stellte. Dieses wurde in einfachster Weise als Sportplatz ausgebaut, der am 1./2. August 1925 mit einem Fest unter Beteiligung von Sportlern aus 7 Vereinen aus Nah und Fern eingeweiht wurde. Bei schlechtem Wetter und im Winter waren die Sportler und Sportlerinnen auf die Benutzung der Wirtshaussäle bei Ganzmüller und Kolb angewiesen. Da er aber zwei Turnvereine gab, führte dies immer wieder zu Schwierigkeiten. Der Ruf nach dem Bau einer Turnhalle wurde immer wieder laut.

Turnhallenbau 1927

Turnhallenbau 1927/28
Ab 1925 bis 1929 ergab sich unter Reichskanzler Hindenburg und dem legendären Außenminister Stresemann in Deutschland eine kurze wirtschaftliche Stabilisierung. In diesen Jahren riet der Bayerische Turnverband zum Bau einer Turnhalle. Hierfür wurden auch Zuschüsse in Aussicht gestellt. Der Turnverein Feilitzsch nutzte die Gunst der Stunde und begann im Jahr 1927 mit dem Bau. Weitestgehend in Eigenleistung der Mitglieder entstand die Sportstätte, die auch heute noch den Kern der jetzigen ZV-Turnhalle darstellt. Es fehlten die heute vorhandenen Anbauten für Geräte, die Gaststätte und die Nebenräume. Dafür hatte die Turnhalle eine Bühne, die jedoch beim Umbau in den sechziger Jahren entfernt wurde.
Wagnis, denn der Verein hatte außer der Arbeitskraft seiner Mitglieder keinerlei Eigenkapital. Sämtliche Kosten mußten durch Kredite abgedeckt werden. Hinzu kam, daß keiner der zugesagten bzw. in Aussicht gestellten Zuschüsse ausbezahlt wurde. Trotzdem schaffte es die Vereinsmitglieder! - Bereits nach einem Jahr, am 10. Juni 1928 wurde die Turnhalle feierlich eingeweiht. Der Verein schaffte es auch durch kleine Schritte und durch Findigkeit: Zur Minderung der Kosten wurden z.B. Anteilscheine von 5 Reichsmark ausgegeben, was jedoch auch nur eine geringe Erleichterung von der enormen Schuldenlast bewirkte.

Finanzielle Sorgen
Das Protokoll vom 29. Januar 1929 verzeichnet einen Schuldenstand von RM 14.846,80. Für damalige Verhältnisse eigentlich unvorstellbar. So standen auch fast auf jeder Versammlung die Finanzsorgen auf der Tagesordnung. Dies aber nicht genug! - Am 15. September 1930 wurde festgestellt, daß der Fußboden der Halle durch Hausschwamm völlig vernichtet war. Umgehend mußte der gesamte Belag entfernt, der Grund ausgehoben und mit Kapselscherben isoliert werden. Anläßlich der Schadensbehebung wurde sogar ein kleiner Anbau für Zusammenkünfte errichtet, die bis dahin nur in einer Ecke des Saales oder in der Gaststätte Ganzmüller stattfanden. Die Vereinsschulden stiegen an. Mehr als 16.400,-- RM betrug das Soll nach Beendigung der Baumaßnahmen. Eine ungeheure Last in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und großer Arbeitslosigkeit.Für das sportliche und gesellschaftliche Geschehen in Feilitzsch aber war die Turnhalle ein großer Gewinn!
Die ersten Funktionäre
Die maßgebenden Männer in den ersten Jahren seiner Existenz waren die Vorstände Max Schmidt (1921), Johann Luding (1927) und Walter Glück (1928), 2. Vorsitzender Nikol Kemnitzer und Schriftführer Hans Wölfel. Kassenwart war damals Nikol Schaller und die Ämter der Turnwarte hatten Albin Mergner und Hans Gerstner inne. Schülerturnwart war Hans Hartung; selbst für die Frauen waren Männer zuständig bzw. verantwortlich: Joseph Reinhardt und Hans Rank. Als Gerätewart fungierte Max Kätzel. Von den regen turnerischen Aktivitäten zeugen die Aufzeichnungen über die Abhaltung von Sportfesten, Turnvorführungen, sogenannte Sportveranstaltungen benachbarter Vereine in Zedtwitz, Trogen Töpen, Weißdorf, Sparneck u.a., sowie von großen Sportfesten des Turnverbandes (u.a. in Bamberg und Kulmbach). Die Protokolle weisen, was den geselligen Bereich anbelangt, auf jährlich 5 bis 6 Veranstaltungen hin. Regelmäßig wurden Maskenbälle, Tanzabende, ein Kirchweihtanz und Weihnachtsfeiern abgehalten. Wie heute wurde die Turnhalle auch den anderen Vereinen zur Verfügung gestellt. Ganz interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Preise, die damals erhoben wurden: Herren zahlten 1,-- RM, die Damen 0,80 RM, von Mitgliedern wurden 0,50 RM verlangt und für ein Bier mußten ebenfalls 0,50 RM bezahlt werden.

Konkurrenz und Zwietracht
Zurück zum Verhältnis der beiden Feilitzscher Vereine zueinander: ein Protokolleintrag vom 31.10.1929 wirft Licht auf die Spannungen zwischen den beiden Sportvereinen. Der "Arbeiter- Turn- und Sportverein" wollte aktiv mit Vorführungen an einem Festkommers des Kleintierzuchtvereins in der Turnhalle teilnehmen: Es erging folgender Beschluß: "...daß dies nicht anhängig sei und rundweg erklären, dieses zu unterlassen." Die Ablehnung nahm der Arbeiterturnverein zum Anlaß für eine Veröffentlichung in der "Oberfränkischen Volkszeitung", die wiederum beim Deutschen Turnverein für große Verärgerung sorgte.
Am 8. Januar 1931 wurde Nikol Kemnitzer zum ersten Vorstand gewählt. Unter seiner Führung nahmen die Aktivitäten des Vereins nach vorausgegangenem Nachlassen wieder zu. Im Turnbereich erklärten sich einige Aktive, so die Turner Potzel und Reinhardt bereit, Fortbildungskurse zu besuchen.

Die Nazi - Zeit
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30.Januar 1933 hatte unmittelbare Wirkung auf das Vereinsgeschehen. Bereits im April 1933, also drei Monate später, mußte eine Kommission zur Zusammenarbeit mit der SA gebildet werden. Die Leitung hatte ein SA-Führer aus Zedtwitz. Durch das Gleichschaltungsgesetz erfolgte die Ausrichtung aller politischen und gesellschaftlichen Organisationen auf die nationalsozialistische Reichsregierung und ihre Ideologie. Das älteste Mitglied der NSDAP in Feilitzsch übernahm am 27. August 1933 die Bücher des Vereins und Nikol Kemnitzer wurde als "Führer" des Vereins eingesetzt. Der "Vereinsführer" bestimmte von nun an seine Mitarbeiter im Club. Alle Versammlungen schloß der "Vereinsführer" auf staatliche Anordnung mit einem dreifachen "Sieg Heil auf unseren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler".

Die Zeit der Not in den Nachkriegsjahren bis 1948

In den Kriegsjahren ruhte der Sportbetrieb des Deutschen Turnvereins weitgehend. Zu viele junge Männer mußten in den Krieg ziehen. Nur die Frauenturngruppe war noch einige Zeit aktiv. Die Turnhalle wurde vor allem für das Turnen der Schüler der Volksschule Feilitzsch und zu größeren nationalpolitischen Versammlungen genutzt. In den Jahren 1942/43 waren in der Halle für einige Monate russische Kriegsgefangene untergebracht. Ein großer Brandfleck im Parkettboden erinnerte bis zur Turnhallenerweiterung 1968/69 an dieses Geschehen: die Russen hatten - wohl schlecht bewacht - dort eine Feuerstelle zum Wärmen gebaut.
Im letzten Jahr des zweiten Weltkrieges diente die Halle als Lager für die Fallschirmfabrik Peterhänsel in Hof. Diese Firma produzierte in den Fabrikgebäuden, die vor einigen Jahren für den Neubau des Media-Marktes an der - damals noch nicht gebauten - jetzigen Michaelisbrücke abgerissen wurden.
Nach dem Einmarsch der Amerikaner in Feilitzsch im April 1945 und dem endgültigen Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Mai des gleichen Jahres versorgten sich viele Feilitzscher aus den Lagerbeständen in der Turnhalle mit Fallschirmseide und Fallschirmgurten. Aus der Seide wurden Sporthemden, Damenblusen und sogar Brautkleider geschneidert; aus den Bändern Taschen und nützliche Gegenstände geflochten, eine Hilfe in einer Zeit, in der es nichts zu kaufen gab. Schließlich ist noch anzumerken, daß auch Amerikaner für kurze Zeit in der Turnhalle einquartiert waren.

Die weitere Geschichte des Zentralvereins Feilitzsch in den ersten Nachkriegsjahren kann nur an Hand der Beiträge in der Festschrift zur Einweihung der Sportplatzanlagen am Kestel an Pfingsten 1953 dargelegt werden. Sie stammen von Ernst Weiß (Vorstand des Gesangvereins 1894), Heinrich Strobel (Bürgermeister), Nikol Kemnitzer (früherer Vorstand des Deutschen Turnvereins), Adolf Wurzbacher (1. Vorstand des ZV) und von der damaligen Schützenabteilung unseres Vereins. Protokolle oder andere Aufzeichnungne sind für die Zeit bis 1948 keine vorhanden.
Es waren Mitglieder des 1933 aufgelösten Arbeiter- Turn- und Sportvereins, die sich im Oktober 1945 zusammensetzten, um einen Sportverein zu gründen. Er sollte wohl Rechtsnachfolger des 1933 aufgelösten Vereins werden, aber einen anderen Namen tragen, um nicht wieder eine verhängnisvolle Spaltung wie von 1921 bis 1933 heraufzubeschwören. Nach den Bestimmungen der Militärregierung wurde von 12 Mitgliedern, die nicht in der NSDAP gewesen sein durften, der "Zentralverein für Sport und Körperpflege e.V." ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung fand in der Turnhalle statt. Aus allen von der Militärregierung aufgelösten und verbotenen Vereinen waren Männer zusammengekommen. Man war sich einig, daß der neue Verein alle Sparten der Sports und die Sänger des Gesangvereines in sich vereinigen könne und solle. Die Vorstandschaft bildeten:
Heinrich Strobel, 1. Vorsitzender,
Max Greßmann, 2. Vorsitzender
Kassier Johann Sörgel
Schriftführer Otto Feldmann.

Von Links nach Rechts: Puchta Marta, Puchta Adolf, Luding Betti, König Erich, Luding Johann, Strobel Margot, Baumgärtner Adolf, Wolf Helmut, Neubert, Strobel Ludwig, Jakob Woldemar, Ehm Herbert, Mergner Helmut, Hick Erhard, Weiß Hans, Schmidt Alfred, Rein

Der "Zentralverein für Sport und Körperpflege" konnte seine satzungsgemäße Tätigkeit als Verein aber vorerst nicht ausüben. Er durfte zunächst auch keine Versammlungen abhalten; hierzu wäre die Genehmigung der Militärregierung nötig gewesen, die aber nicht erteilt wurde. Auch Mitgliedsbeiträge durften nicht erhoben werden. Bis zum 18. Juli 1946 mußte die Jugendgruppe Turnen warten, um unter Führung des Abteilungsleiters Adolf Puchta und des Jugendleiters Arno Kemnitzer ihre erste Trainingsstunde abhalten zu können. Nur allmählich entwickelte sich von da an wieder ein reger Turnbetrieb.
Der Gesangverein 1894 schloß sich im Frühjahr 1946 dem neuen Verein als Abteilung an. Unter dem Chorleiter Heinrich Dentzsch, der seit 1934 die Sänger dirigiert hatte, fanden wieder regelmäßige Singstunden statt. In alljährlichen Liederabenden stellte der bald wieder stattliche Chor von nun an sein Können dar und trug somit dazu bei, die depressive Nachkriegstimmung der Gemeindebürger zu heben. Schon vor dem Krieg wurde ab und an in beiden Sportvereinen in Feilitzsch Fußball gespielt. Ein regelmäßiger und organisierter Spielbetrieb in Fußballklassen oder Ligen konnte aber nicht erfolgen, weil der lang ersehnte Wunsch nach einem Sportplatz nicht erfüllt werden konnte. Dies blieb zunächst auch so.
Die Stagnation betraf aber nicht nur den Wunsch der Fußballbegeisterten. In allen Abteilungen des Vereins war es durch die Not, der ersten Nachkriegsjahre schwer, eine große Aufwärtsentwicklung zu erzielen. Die Leute hatten einfach andere Sorgen; sie hungerten und hatten vielfach kein richtiges Dach über dem Kopf! Und da war es wichtiger, Lebensmittel zum Überleben zu beschaffen. Natürlich behinderten auch die Verbote der Militärregierung den Auf- und Ausbau einer "richtigen" Vereinstätigkeit.
Die große Wende im Vereinsleben des Zentralvereins kam erst mit dem Jahr 1948. Die Amerikaner lockerten ihre bis dahin strikten und einschränkenden Vorschriften. Schließlich wurde auch der volle uneingeschräänkte Vereinsbetrieb genehmigt und freigegeben.
Am 1. März 1948!! fand im Gasthaus "Grüner Baum" die erste Versammlung nach der Wiedergründung im Oktober 1945 statt. Zum 1. Vorstand wählten die erschienenen Mitglieder Adolf Wurzbacher. Die weiteren Vorstandsmitglieder behielten ihre Posten.In dieser Versammlung wurde übersehen, dass der ehemalige "Deutsche Turnverein e.V." als eingetragener Verein noch existierte. Deshalb traten ehemalige Mitglieder dieses Vereins, es waren Nikol Kemnitzer, Albin Mergner, Hermann Kätzel, Hans Kemnitzer und Arno Ziehr, an die Vorstandschaft heran, um über die Übergabe des Vermögens des "Deutschen Turnvereins" zu verhandeln. In einer außerodentlichen Hauptversammlung am 29. April 1948 im Gasthaus "Grüner Baum" stimmte die Mehrheit der Mitglieder beider Vereine für einen Zusammenschluß. Der neugebildete Verein erhielt den Namen "Zentralverein Feilitzsch e.V.". 1. Vorstand wurde Adolf Wurzbacher, 2. Vorstand Nikol Kemnitzer, Kassier Johann Sörgel und Schriftführer Otto Feldmann.
Der Zentralverein konnte sich von nun an als Rechtsnachfolger mit allen Pflichten und Rechten des Deutschen "Turnvereins e.V." und des "Arbeiter Turn- und Sportvereins" betrachten. So hat er das Vermögen, dies bestand im wesentlichen aus der Turnhalle mit ihren Einrichtungen aber auch die Schulden aus dem Bau übernommen. Die Mitgliedschaft in den bisherigen Vereinen wurde voll anerkannt, so daß im Jahr 1950 anläßlich eines "Bunten Abends" Mitglieder für 40- und 25-jährige Vereinstätigkeit geehrt werden konnten.

Sehen Sie die wackeren Faustkämpfer aus dem Bild hinten von links: Enno Dürrbeck (Abteilungsleiter), Feulner, Erich Wurzbacher, Alfred Steger, Dreier, Schmidt (aus Selbitz), Gerhard Mergner, Manfred Reinhard, Jochen Baumgärtner und vorne: Hans Weiß, Werne

Auch eine Boxabteilung hatte der ZV Ende der vierziger/Anfang der fünziger Jahre. Mit dem Zusammenschluß der Vereine war die gesellschaftliche, politische und soziale Spaltung in Feilitzsch, wie sie in den vorausgegangenen Darstellungen aufgezeigt wurde, endgültig überwunden. Das Ziel der engagierten Vereins(neu)gründer war erreicht, das Fundament war gelegt zum Aufbau eines starken und leistungsfähigen Vereins. Bereits im Jahr 1948 verstärkten die Mitglieder die Bemühungen um den Bau eines Sportplatzes. Am 11. September 1948 stellte man einen entsprechenden Antrag an die Gemeinde. Das Thema "Sportplatz" wurde in mehreren Bürgerversammlungen behandelt. Es war auch Gegenstand vieler Verhandlungen mit maßgeblichen Grundbesitzern unserer Gemeinde. Leider verliefen alle Anstrengungen zunächst erfolglos. Man mußte sich gedulden.... Wie es zur Gründung der Boxstaffel kam, wie die Fußballabteilung aufgebaut wurde, wie die Schützen einbezogen wurden, wie es zum Bau des Sportplatzes kam, wie ...

 

Gründung der Fußballabteilungen und Sportplatzbau

 

Bereits im Jahre 1948 wurde eine Fußballmannschaft gegründet. Diese löste sich aber bereits im April 1949 wieder auf; denn ohne einen vereinseigenen Fußballplatz ließ sich ein geordneter Spielbetrieb in Fußballklassen nicht durchführen. Mit der Auflösung wurde den Spielern aus Feilitzsch die Möglichkeit gegeben beim FC Trogen zu spielen und zu trainieren.
Endlich, nach langem Bemühen, konnte das Vereinsmitglied Johann Greßmann dem Verein auf Pacht das Gelände am Kestel zur Verfügung stellen. Das Grundstück blieb im Besitz von Heinrich Hick, der dafür die landwirtschaftliche Fläche von Johann Greßmann in der Flur zur Pacht übernahm. So konnte 1951 mit dem Bau des Sportplatzes begonnen werden. Das Vorhaben, die Aufgaben allein durch freiwillige Arbeiten zu bewältigen,überstieg die Leistungskraft der Mitglieder; waren doch ca. 4700 m³ Felsgestein und Erdreich zu bewegen. So wurde im Juli 1951 die Firma Dötsch aus Rehau mit dem Rohbau des Platzes beauftragt, der mit einem Kostenaufwand von 13.000DM im Juni 1952 beendet werden konnte. Nach unermüdlichem Einsatz der Mitglieder - sogar die Schüler der Volksschule in Feilitzsch mit ihren Lehrern halfen mit - konnte an Pfingsten 1953 die Einweihung der Sportplatzanlagen erfolgen. In einem Bericht der "Oberfänkischen Volkszeitung" vom 27. Mai. 1953 stand zu lesen: "Es konnte eine der schönsten Sportanlagen im Landkreis Hof geschaffen werden".
Am Vorabend der Sportplatzweihe hatte im Kolbschen Saal ein "Bunter Abend" stattgefunden. Darbietungen der Turn- und Sängerabteilung des Zentralvereins standen auf dem Programm. Die Geschwister Strößner trugen damals das vom damaligen Hauptlehrer Georg Riedel getextete Feilitzscher Heimatlied "Droben am Kestelberg, da ist's halt fein" als Uraufführung vor und ernteten stürmischen Beifall. Da immer wieder einmal nach dem Text dieses Liedes gefragt wird und weil es eben auch zur Geschichte unseres Vereines gehört, wollen wir es hier abdrucken:

 

Heimatlied

zur Einweihung des Sportplatzes in Feilitzsch 1953
(Melodie: Drunten im Unterland)

Droben am "Kestel-Berg", da ist's halt fein,
da rahmen Wald und Fels den Sportplatz ein!
Gäste von fern und nah sind immer wieder da,
Stellen sich gern zum Sport in Feilitzsch ein!

Feilitzsch, mein Heimatort, wie liegst du schön!
Dich kann man hier am Berg wunderbar seh'n!
Du hast so munt're Leut, denen der Sport macht Freud,
drum sieht man viele heut zum Sportplatz geh'n.

Sportplatz am grünen Wald, wie ziehst du an!
Da trifft sich jung und alt und Mann für Mann.
Hier oben grüßt man sich und kämpft dann ritterlich,
Hat man auch nicht gesiegt, grollt man doch nicht!

Dunkelt's in freier Flur, singt noch ein Lied
unser Gesangverein, der mit uns zieht.
Zentral schlägt doch ein Herz, das sich in Freud und Schmerz
um unser deutsches Lied immer bemüht!

Lied, klinge weit hinaus, schwing dich zu Gott,
er blieb noch immer treu, auch in der Not!
Trennt auch ein eisern Band noch unser Vaterland,
einmal steh'n wir vereint doch Hand in Hand!

 

Nachdem mit dem Sportplatzbau begonnen worden war, wurde von Erwin Klug, dem langjährigen späteren Vereinsvorstand, am 25. Mai 1951 , die Fußballabteilung gegründet.

 

“C”-Meister 1953/54 - Feilitzsch steigt auf
Das erste Spiel führte die noch sehr junge Mannschaft im März 1952 nach Münchenreuth. Sie gewann das Freundschaftsspiel mit 6 :1. Gerne wären die Fußballspieler Harry Gemeinhardt, Karl Baumgärtner und Alfred Ziehr bei diesem Spiel dabei gewesen, doch als Stammspieler beim FC Trogen, der in diesen Wochen um den Aufstieg in die (damalige) A-Klasse kämpfte, erhielten sie keine Freigabe. Erst in der Saison 1952/53 konnten sie für ihren ZV spielen. Weitere 25 Spieler kamen hinzu.

Freundschaftsspiel gegen ASV Neumarkt / Sachsen 1954

Zum ersten mal in seiner Geschichte kämpfte der ZV mit einer Fußballmannschaft im BFV (Bayerischen Fußballverband) um Punkte. Welch ein Start! Im ersten Jahr erreichte das Team den 3.Tabellenplatz. Im zweiten Spieljahr 1953/54 ging nur ein Spiel verloren. Damit schaffte man den direkten Aufstieg in die B-Klasse. Maßgeblichen Anteil an diesen Erfolgen hatte der damalige Trainer Willi Gesellensetter.
1953 wurde gelang es eine zweite Mannschaft aufzustellen, die bald unter dem legendären Namen die "Kümmel-Elf'" bekannt.
Bereits im Jahr 1949 bestand unter Josef Riekling eine Jugendmannschaft. Sie hatte sich, weil kein Fußballplatz vorhanden war, wieder aufgelöst. Am 4. Februar 1952 erfolgt einer Neugründung unter der Führung von Willi Weiß und Alfred Schmidt. Die ersten Jugendspieler waren Kurt Greßmann (Torwart) Manfred Reinhardt (rechter Verteidiger),Manfred Kaiser (linker Verteidiger),Harry Mergner (rechter Läufer) Alfred Mergner (Mittelläufer), Dieter Schödel (linker Läufer), Erhard Hick, Heinz Tunger, Manfred Hick, Alfred Weiß und Hans Weiß (alle Stürmer). Im Spieljahr 1954/55 spielte sich die Jugend bis ins Viertelfinale vor und wurde 1956/57 in ihrer Gruppe Meister und konnte so um die Bezirksmeisterschaft mitspielen.
Fußball hatte sich in wenigen Jahren als beliebteste und zugkräftigste Sportart nun auch im Zentralverein und in der Bevölkerung von Feilitzsch durchgesetzt. Die Spieler aller Fußballmannschaften waren mit Feuereifer und vollem Einsatz bei der Sache. Die Begeisterung wuchs ständig. Auch die Kameradschaft schrieb man groß. Die Mitbürger von Feilitzsch nahmen großen Anteil an Erfolg oder Mißerfolg unserer Fußballmannschaften. Jung und Alt strömte an den Spieltagen hinauf zum Kestel und bildete eine dichte Zuschauerkulisse, die die Teams lautstark anfeuerte. Auch die Geselligkeit unter den Sportkameraden wurde groß geschrieben. Lange saß man sonntags nach den Spielen in gemütlicher Runde beim Bier zusammen oder feierte den Sieg.Die Turnhalle quoll bei vielen der Feste, die veranstaltet wurden oftmals über. Und Ausflüge, wie im Jahr 1954 nach Neumarkt bei Reichenbach in Sachsen wurden zu unvergeßlichen Erlebnissen. Doch davon in einer der nächsten Ausgaben mehr.

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